| |
| A
|
|
Absaugverfahren
|
Kopierverfahren für farbige Papierbilder oder Diapositive im Rahmen der Kolloid-Härtungsprozesse. Dabei werden nach Farbauszügen hergestellte Auswaschreliefs oder Quellreliefs mit Farbstoffen eingefärbt und diese dann auf eine neue Unterlage übertragen (abgesaugt) oder zusammengelegt.
|
|
Albumin
|
Im Hühnerweißei enthaltenes Eiweiß, in der Photographie als Bindemittel verwendet wurde. Das Albumin wird mit Chlornatrium (Salz) versetzt und mit konzentrierter Silbernitratlösung sensibilisiert.
|
|
Ambrotypie
|
Auch Amphitypie oder Melainotypie genannt. Seit 1851 als Ersatz für Daguerreotypien in Gebrauch. Auf direktem Weg wird ein Bild mit Positivwirkung erzeugt: Mit Kollodium beschichtete Glasplatten, die mit Jodsalz und Silbernitrat 1ichtempfindlich präpariert sind, dienen im noch feuchten Zustand als photographische Platten. Durch gezieltes Überbelichten entsteht ein zartes und damit transparentes Negativ. Das Bild wird sichtbar, indem man die Glasplatte mit schwarzem Papier hinterklebt oder auf schwarz lackiertem Grund montiert. Da die silbergeschwärzten Bereiche auffallendes Licht stärker reflektieren, erscheinen sie vor dem schwarzen Grund heller. Die Ambrotypien wurden wie Daguerreotypien gerahmt oder in Kästchen und Schatullen aufbewahrt.
|
|
Amphitypie
|
siehe Ambrotypie
|
|
Aristopapier
|
Auskopierpapier, bei dem die lichtempfindlichen Silbersalze in einer Gelatineschicht eingebettet sind. Die Behandlung ist ähnlich wie beim Albuminpapier. Die Bilder ähneln weitgehend den heutigen Photographien, erhalten aber durch Tönen einen mehr bräunlichen Ton.
|
|
Auskopierpapiere
|
Papiere für Kontaktkopien im Negativ-Positiv-Verfahren bei Tageslicht. Je nach Kolloid, in das das Halogensilber und Silbersalz eingebettet werden, unterscheidet man zwischen Albumin- (Eiweiß), Aristo- (Gelatine) und Zelloidinpapier (Kollodium). An den Stellen der Lichteinwirkung entsteht durch Reduktion ein sichtbares Silberbild. Das fertig kopierte Bild wird direkt fixiert oder in einem Tonbad (Gold, Platin-, Selen- u. a. Salzen) mit dem gewünschten Farbton versehen. Die Auskopierverfahren dienen vor allem der gewerblichen Photographie bis um 1900.
|
|
Auswaschrelief
|
Nach einem Kolloid-Gerbungsprozeß (auch Entwicklung genannt), bildet sich eine bildmäßig abgestufte gehärtete Reliefschicht, bei der die ungehärtet gebliebene Kolloidschicht meist Gelatine - mit warmem Wasser ausgewaschen wird. Das verbleibende Relief wird als Druckmatrize für Pigmentverfahren, den Lichtdruck und andere Druckverfahren benutzt.
|
|
Autochrome (französisch)
|
Bekannteste Farbphotoplatte nach dem Kornrasterverfahren, 1904 von den Brüdern Lumiere erfunden und 1907 auf den Markt gebracht, bei der etwa 7000 bis 8000 mit Anilinfarbstoff eingefärbte Kartoffelstärkekörner (Zinnober, Gelbgrün, Ultramarin) je Quadratmillimeter PIattenfläche angeordnet sind, während Zwischenräume mit gepulverter Holzkohle gefüllt sind. Lieferte nur Diapositive. Bis 1935 verwandt, in Dresden erstmals 1907 vorgestellt.
|
|
Autochromverfahren
|
Kombiniertes Druckverfahren zur farbigen Vervielfältigung von schwarz-weißen Photographien, wobei das Schwarz von einer Autotypie und die Farben vom lithographiphischen Stein gedruckt werden.
|
|
Autotopie
|
Bezeichnung für Rasterätzung. Reproduktionsverfahren für Halbtonbilder auf photographischer Grundlage, bei dem das
photograpisch Bild durch ein vorgeschaltetes Raster in Punkte zerlegt und dieses gerasterte Negativ photomedianisch auf die lichtempfindlich gemachte Druckplatte übertragen wird. Die Tonwertidentität ergibt sich aus der Dichte der Rasterpunkte. Autotypie ist das gebräuchlichste Verfahren, Photographien durch Druck zu vervielfältigen. 1857 meldete Berchtold ein Patent zur Anferitigung von Autotypien mittels Raster an. 1881 stellte G. Meisenbach die ersten Autotypien her.
|
| |
| B
|
|
Barytage (französisch)
|
Antragen einer gut das Licht reflektierenden und die Papierstruktur glättenden Schicht, die aus Baryt mit einem optischen Aufheller und Gelatine besteht.
|
|
Bichromat-Verfahren
|
Sammelbegriff für alle Verfahren zur Herstellung von Auswasch- oder Quellreliefs, die als Druckform dienen, durch Härtung von mit Bichromat lichtempfindlich gemachten Kolloidschichten unter Lichteinfluß. Dieses Verfahren der Lichthärtung entdeckte bereits Talbot.
|
|
Bromöldruck
|
Kein Druck-, sondern ein Positivkopierverfahren, das zu den Edeldrucken zählt. Ein fertiges Bromsilberpositiv wird in einer Lösung von Kupfersulfat, Kaliumbromid und Kaliumbichromat ausgebleicht, die an den Stellen Bildsilbers die Gelatine härtet. Anschließend kommt das Bild in ein Wasserbad. Dabei nehmen nicht gehärtete Stellen (helle Bildtöne) viel, gehärtete Bildstellen entsprechend weniger Wasser auf. Das Papier wird dann oberflächlich vom Wasser befreit und mit Fettfarbe eingetupft. Die Fettfarbe haftet dort am intensivsten, wo das wenigste Wlasser das aber interessantere Tonwertabstufungen besitzt. Der Bildton wird durch die Wahl der Farbe bestimmt. 1902 von Welborne Piper erfunden, 1907 allerorts praktiziert.
|
|
Bromölumdruck
|
Ein Druckverfahren. Wie der Bromölumdruck zu den Edeldrucken zu zählen. Das fertig eingefärbte Bild des Bromöldrucks wird nunmehr als Druckmatrize verwendet, indem die aufgetupfte Fettfarbe auf dem Gelatinerelief auf schichtloses Papier unter starkem Druck umgedruckt wird. Um reichere Tonwertabstufungen zu erhalten, kann man mehrfach übereinanderdrucken. 1909 von C. W. Hewitt erfunden.
|
|
Bromsilber-Kopierveriahren (Bromsilberdruck)
|
Kein Druck, sondern ein Kopierverfahren, das vollkommen maschinell erfolgt. Eine Sammelform mit Negativen wird auf Rollenphotopapier belichtet, das anschließend maschinell entwickelt wird. Der Bromsilberdruck wird besonders zur Postkartenherstellung genutzt.
|
| |
| C
|
|
Calotypie (griechisch, auch Kalotypie)
|
Das erste Negativ-Positiv-Verfahren, das von Talbot erfunden wurde. Das Papiernegativ wird nach dem Belichten und Entwickeln mit Wachs transparent gemacht. Die positive Kopie erhält man auf Salzpapier. Die Positive sind von Papierstruktur des Negativs abhängig und zeigen nur schwache Schwarzweiß-Kontraste. Die Calotypie war bis zum Beginn der 1860er Jahre im Gebrauch.
|
|
Carbro-Druck
|
Kein Druck-, sondern ein Positivkopierverfahren. Ein fertiges Bromsilberpapierbild wird mit einem
Pigmentgelatinepapier, das mit einer Chromatlösung getränkt ist, in engsten Kontakt gebracht. Die Silberstellen des Bromsilberpapierbildes bleichen aus, gleichzeitig wird in der anliegenden Pigmentschicht die Gelatine gehärtet. Die Härtung erfolgt proportional den Tonwerten des Silberbildes. Anschließend wird die Pigmentgelatineschicht unter warmem Wasser zur Quellung gebracht und dabei die ungehärtete Gelatine herausgelöst, so daß ein Bild aus Gelatine und den Farbpigmenten entsteht. Der Carbrodruck erreicht nicht die reiche Tonwertskala der Pigmentdrucke, eher werden ganze Partien zusammengezogen. Erfunden 1898, anfänglich unter der Bezeichnung "Ozobromdruck".
|
|
Celloidin-Papier
|
Auskopierpapier für Tageslicht, dessen Schicht aus Kollodium gebildet wird, welches die lichtempfindlichen Silbersalze enthält. Ergibt meist glänzende, saubere, exakte Kopien und wird in der gewerblichen Photographie für Sach-, Architektur- und Industrieaufnahmen verwendet. Es wurde auf barytiertem Papier hergestellt, neigte stark zum Rollen und war außerdem in der Schicht leicht verletzlich. 1865 von G. Wharton-Simpson beschrieben.
|
|
Chromatverfahren
|
Sammelbegriff für alle die Verfahren, die als lichtempfindlicihe Mittel ein organisches Kolloid verwenden, das durch Baden in einer Bichromat-Lösung lichtempfindlich und damit zur bildmäßigen Härtung fähig gemacht wird. Als Kolloid dienen Gelatine, Gummi arabicum oder Leim. Das Kopieren vom Negativ erfolgt bei Tageslicht oder unter ultraviolettem Licht. Beim Kopieren des Negativs erfolgt proportional der erhaltenen Lichtmenge eine Härtung (Gerbung) des Kolloids: an ungedeckten Stellen des Negativs (dunkle Stellen im Motiv) kommt es zu einer starken Härtung, an gedeckten Stellen des Negativs (helle Stellen im Motiv) bleibt das Kolloid ungehärtet oder wird nur geringfügig gehärtet. Man spricht von "bildmäßiger Härtung". Es entsteht eine Druckform. Bildcharakter und Möglichkeiten der Gestaltung ergeben sich aus den einzelnen Chromatverfahren: Pigmentdruck, Kohledruck, Leimdruck, Gummidruck, öldruck.
|
|
Chromolithographie
|
Manuelles Verfahren im Steindruck besonders unter Verwendung photographischer Vorlagen. Die Teilfarbendruckplatten (je naß Anzahl der Farben bis zu 20) werden von Lithographen durch Nebeneinandersetzen kleinster Pünktchen mühselig mit Fettfarben mittels Feder oder Pinsel hergestellt.
|
|
Chromoskop
|
Guckastengerät, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Betrachtung positiver Farbauszüge (Schwarzweißdias) durch Spiegel und Farbfilter benutzt wurde. Der farbige Bildeindruck entstand durch additive Farbmischung. Chromoskope konnten als Aufnahmekamera wie als Projektor benutzt werden.
|
|
Cliche verre (französisch)
|
Zeichnung auf einem Glasnegativ zum Zwecke der photographischen Vervielfältigung. Von Corot, Daubigny, Rousseau und Millet entwickelt.
|
|
Cyanotypie
|
Mit Eisensalz und Kaliumferricyanid sensibilisiertes Papier färbt sich nach Belichtung und Wässerung blau. Die Cyanotypie wurde im Rahmen einiger Farbkopiermethoden mit anderen Verfahren zur Erzeugung farbiger Bilder kombiniert.
|
| |
| D
|
|
Daguerreotypie
|
Nach einem der beiden Erfinder, dem Maler und Panorama-Besitzer J. M. Daguerre, benanntes Verfahren zur Erzeugung von Bildern auf photographischem Weg. Eine versilberte Kupferplatte wird mit Joddämpfen lichtempfindlich gemacht. Das darauf belichtete Bild wird durch Quecksilberdampf entwickelt. Auf den belichteten Stellen der Silberjodidplatte schlägt sich Quecksilberdampf nieder. Danach wird fixiert und in destilliertem Wasser gewässert. Das positive Bild muß mit einer Glasplatte geschützt werden. Es entstehen seitenverkehrte Unikate.
|
|
Diapanie
|
Bezeichnung für die um 1900 beliebten kolorierten Transparentbilder.
|
|
Dreifarbendruck
|
Druckverfahren auf photographischer Basis zur Wiedergabe farbiger Originale, die als Farbauszüge aufgenommen, in Rasterpunkte (Autotypie) zerlegt werden und durch das Übereinanderdrucken von drei Druckplatten der Teilfarben Gelb, Rot und Blau entsprechend der subtraktiven Farbmischung das farbige Bild ergeben. Schwarz wird als vierte Farbe für die kräftige Sättigung dunkler Bildpartien hinzugenommen.
|
|
Dreifarbenheliogravüre
|
siehe Heliogravüre. 1894 von Captain Waterhouse entwickelt.
|
|
Dreifarbenkamera
|
Strahlenteiler- und Wechselschlittenkameras, in denen gleichzeitig drei Schwarzweiß-Negative hinter drei verschiedenen Farbfiltern entstehen. Für die Betrachtung des Bildes werden die drei Negative übereinanderprojeziert.
|
|
Druck
|
In der Graphik der mechanische Vorgang der Farbübertragung von einer Hoch-, Tief- oder Flachdrudcform auf Papier. Abweichend davon in der Photographie des 19. Jahrhunderts teilweise synonym gebrauchte Bezeichnung für Kontaktkopie. Im engeren Sinne sollte der Begriff in der Photographie nur dort verwendet werden, wo einer auf Photochemischen Weg hergestellten Matrize in einem tatsächlich dem alten Begriff der Graphik entsprechenden Vorgang Farbe übertragen wird: Bromölumdruck, Heliogravüre (Photogravüre), Lichtdruck und Ölumdruck.
|
| |
| E
|
|
Edeldruckverfahren
|
Zusammenfassende Bezeichnung für verschiedene Positiv-Verfahren, darunter auch Druckverfahren (siehe Druck), die auf der Gerbung von Gelatine oder anderen Kolloiden durch Licht beruht, wobei die Lichtempfindlichkeit von Bichromat oder von Silberhalogeniden ausgenutzt wird. Edeldruckverfahren wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Kunstphotographie entwickelt und waren bis in die 1920er Jahre in Gebrauch, einzelne Verfahren bis nach 1945. Die Edeldruckverfahren entstanden aus dem Bemühen, den lichtunbeständigen Photographien durch verschiedene manuelle Verfahren unter Verwendung lichtbeständiger Farben und besonderer, oftmals strukturierter Papiere bis zu Kartonstärke einen "edlen" Charakter und vor allem größere Dauerhaftigkeit zu verleihen.
|
|
Entwicklung
|
Chemische Prozesse (Reduktion), die das nicht sichtbare photographische Bild als Schwarzweiß- oder Farbbild hervorrufen.
|
| |
| F
|
|
Farbmischung
|
additive Farbmischung: mehrere verschiedenfarbige Farbreize addieren (überlagern) sich im Auge einer einheitlichen Mischfarbe. In der Farbphotographie liegt die additive Farbmischung bei Farbrasterverfahren (Korn- oder Linienraster) vor. subtraktive Farbmischung: die Farbe wird dadurch erzeugt, daß je ein Drittel des weißen Lichts durch Filter subtrahiert wird. Die Helligkeit der Farbteile ist dadurch geringer als die des weißen Lichts. In der Farbenphotographie wird sie bei allen Mehrschichtenfarbverfahren angewendet.
|
|
Ferrotypie
|
1856 patentiertes Verfahren, Photos mit Positiveindruck im Kollodiumverfahren herzustellen. Schichtträger ist ein Eisenblech. Das negative Bild erscheint darauf als Positiv.
|
|
Fettfarbendruck
|
Druckverfahren, bei dem Quellreliefs mit fetten Farbstoffen eingefärbt werden und als Druckform dienen: Bromölumdruck, Lichtdruck, Öumdruck.
|
| |
| G
|
|
Gelatine-Trockenplatte
|
Seit 1871 ersetzt die von Maddox erfundene Bromsilber-Gelatine-Trockenplatte das nasse Kollodium-Verfahren.
|
|
Gummidruck
|
Kein Druck, sondern ein Kopierverfahren, das auf der Lichtempfindlichkeit eines Chromat-Gummi-arabicum-Gemisches beruht, bei dem nach der Belichtung in der anschließenden Entwicklung unter fließendem Wasser die ungehärteten Farb-Gummi-Teile ausgewaschen werden. Das entstandene Bild weist wenig Tonwerte auf, wirkt dadurch aber besonders großzügig und einheitilch. H. Kühn entwickelte daraus den kombinierten oder mehrschichtigen Gummidruck, der dahin nicht gekonnte Möglichkeiten gestalterischer Beeinflussung des Bildes bot. Der Gummidruck wurde das beliebteste Edeldruckverfahren 1858 von Poitevin und Pouncy erfunden.
|
|
Gummigravüre
|
Ein von H. Kühn 1911 erfundenes Verfahren, das Heliogravüre und Gummidruck kombiniert.
|
| |
| H
|
|
Härtende Entwicklung
|
Kolloid-Härtungsprozeß zur Erzeugung von Auswasch- oder Quellreliefs, bei denen Silberbromidschichten durch Oxidationsprodukte bestimmter Entwicklersubstanzen bildmäßig gehärtet werden.
|
|
Heliochromie
|
siehe Photochromie
|
|
Heliographie
|
Älteste Bezeichnung für die Photographie, die Nicephore Niepce 1826 prägte. Veraltete Bezeichnung für alle graphischen Vefahren, die sich der Photographie bedienen, um Zeichnungen und andere Bilder auf Platten zu übertragen und so zu bearbeiten, daß davon gedruckt werden kann.
|
|
Heliogravüre (auch Photogravüre)
|
Tiefdruckverfahren zur Herstellung hochwertiger Reproduktionen, das für kleine Auflagen noch immer verwendet wird. Aus der Aquatinta hervorgegangen, jedoch wird das Bild auf photomechanischem Weg auf die Druckplatte gebracht. Von der Bildvorlage wird ein photographisches Halbtondiapositiv hergestellt, das man auf lichtempfindliches Pigmentpapier kopiert. Auf diesem Positiv werden die vom Licht getroffenen Stellen der Gelatineschicht gehärtet. Danach wird die Platte mit Asphaltpulver bestäubt und die Asphaltkörnchen werden eingeschmolzen. Beim Aufpressen des belichteten Pigmentpapiers bleibt die Gelatine an der Kupferplatte kleben. Entwickelt wird die Platte in warmem Wasser, wobei das Papier und die unbelichtete Gelatine wegschwimmen. Nun wird die Platte mit Eisenchlorid geätzt. Wegen des Gelatinereliefs kann die Säure nicht gleichmäßig stark eindringen, so daß sich im Druck ein Bild mit Halbtönen und Übergängen ergibt. Anschließend wird die Platte von Pigmentschicht und Asphaltstaub gereinigt und bedruckt. 1879 von Karel Klic erfunden und 1886 publiziert.
|
| |
| I
|
|
Isohelie
|
Photographische Bilder, die im wesentlichen aus drei Tonwerten Schwarz, Grau und Weiß bestehen. In einem aufwendigen Prozeß wird von einem großformatigen Negativ eine Reihe von Tonwertauszügen als Zwischennegative hergestellt. Dabei wird von dem Negativ im Kontaktverfahren nach dem Prinzip der Tontrennung auf steil arbeitende Positivfilme kopiert. Durch mehrfaches Umkopieren verlieren die Tonwertauszüge alle Halbtöne. Zuletzt werden die negativen Kopien konturendeckend aufeinandermontiert und auf ein weich arbeitendes Photopapier belichtet. Die Bildwirkung ist plastisch und plakativ. Verstärkt werden dabei die hellen Liditer und tiefen Schatten.
|
| |
| J
|
| |
| K
|
|
Kalotypie
|
siehe Calotypie
|
|
Kohledruck
|
Kein Druck, sondern ein Kopierverfahren. Vorgänger des Pigmentverfahrens, bei einer mit Bichromat sensibilisierten Gelatineschicht Kohlestaub beigemischt wird, um das Bild durch dieses schwarze Farbpigment sichtbar zu machen. 1855 von Poitevin erfunden.
|
|
Kolloid
|
Organischer Stoff (Gelatine, Gummi arabicum, Fischleim, Eiweiß, Dextrin, Kollodium oder Kasein), der als Träger lichtempfindlidaer Silbersalze dient.
|
|
Kontakthärtung
|
Durch Kontakt mit dem photographischen Silberbild wird eine Gelatine-Schicht nach Behandlung mit Bichromatlösung gehärtet, so daß ein Auswaschrelief hergestellt werden kann.
|
|
Kopie
|
Photographischer Abzug von einem Negativ oder Positiv. Gilt im photographischen Bereich als Original, wenn vom Photographen selbst oder nach seiner Anweisung hergestellt, auch bei einer größeren Anzahl von Kopien nach dem gleichen Negativ.
|
|
Kornrasterverfahren
|
siehe Autochrom
|
| |
| L
|
|
Laterna magica
|
Bereits 1569 bekanntes Projektionsgerät, das bis ins 20. Jahrhundert benutzt wurde. Ursprünglich zur Vorführung gemalter öder kolorierter Glasbilder. Vorläufer des Dia-Projektors.
|
|
Leimdruck
|
Ein Chromatverfahren, bei dem als Kolloid Fischleim verwendet wird und das eine gummidruckartige Bildwirkung erzielt. 1915 von Kühn ausgearbeitet.
|
|
Lichtdruck
|
Ein Druckverfahren auf der Basis der Photographie, das auf der Lichtempfindlichkeit von Chromsalzen in Verbindung mit organischen Kolloiden (Gelatine) beruht. Die Druckform bildet das bildmäßig abgestufte, gehärtete und gequollene Gelatinerelief. Charakteristisch ist das Runzelkorn, das bei Trocknung der Gelatineschicht entsteht. 1867 von Josef Albert für den maschinellen Pressendruck nach einer Erfindung Poitevins entwickelt. Damit konnten Photographien auf direktem Weg gedruckt werden.
|
| |
| M
|
|
Melaintopie
|
siehe Ambrotypie
|
| |
| N
|
|
Nasses Kollodium-Verfahren
|
Das Kollodium, eine Lösung von Schießbaumwolle in einer Mischung aus Äther und Äthanol, die mit Kaliumjodidlösung lichtempfindlich gemacht ist, wird auf eine Glasplatte als Schichtträger gegossen. Es muß in noch nassem Zustand sensibilisiert, belichtet und entwickelt werden. Der Photograph mußte stets seine Dunkelkammerausrüstung mitführen. Dieses umständliche Verfahren hatte jedoch auch bedeutende Vorteile gegenüber dem Salzpapier: Erstens wurde eine bessere Bildqualität mit größerer Schärfe und äußerster Zartheit erzielt, da eine Glasplatte als Schichtträger benutzt wurde, und zweitens zeichnete sich dieses Verfahren durch eine kürzere Belichtungszeit aus. Auf dem nassen Kollodium-Verfahren basieren Ambrotypie und Ferrotypie. Le Gray entwickelte 1850 die Grundlagen, Fred Scott Archer 1851 die praktische Anwendung, so daß es bis um die Jahrhundertwende benutzt wurde.
|
|
Negativ
|
Das Negativ auf Film oder Glas ist ein Bild in komplementärer Schwärzung, bei Farbnegativfilm in komplementären Farben. Durch Kopieren entstehen Positive.
|
|
Negativretusche
|
1855 von Franz Hanfstaengl eingeführte Korrektur auf dem Negativ. In den Folgejahren vor allem von den Berufsphotographen vielfach zur "Verschönerung" des Porträtierten verwendet, von den Kunstphotographen abgelehnt. Heute vielfach für bestimmte Aufnahme- und Gestaltungsabsichten unumgänglich.
|
|
NPG-Pigmentverfahren
|
1903 bis 1911 von der Neuen Photographischen Gesellschaft Berlin-Steglitz zur Herstellung von Aufsichts- oder Durchsichtsbildern auf den Markt gebrachtes Pigmentverfahren.
|
| |
| O
|
|
Öldruck
|
Kein Druck, sondern ein Kopierverfahren. Ein mit einer dicken Gelatineschicht versehenes Papier wird in der Lösung eines doppeltchromsauren Salzes sensibilisiert und bei Tageslicht unter einem Negativ kopiert. Dabei entsteht eine bildmäßige Härtung der Gelatine, wobei die Lichter des Positivs am wenigsten, die dunklen Stellen am stärksten gehärtet werden. Im Wasser nimmt die Schicht je nach Härtung Wasser in sich auf. Das zunächst unsichtbare Bild wird mit einer Fettfarbe hervorgerufen, die auf der oberflächlich vom Wasser befreiten Schicht aufgetupft wird. Das fertige Bild besteht aus reiner Farbe auf der Gelatineschicht. Hugo Erfurth führte einen großen Teil seiner späteren Bildnisse im Öldruck aus. 1866 von Emanuel Mariot erfunden, seit 1904 in weiterem Umfang in Gebrauch.
|
|
Ölumdruck
|
Das mit dem Öldruck gewonnene Fettfarbenbild wird in der Kupferdruckpresse auf schichtfreies Papier umgedruckt. Mit hehreren übereinandergelegten Umdrucken erreicht man größeren Tonwertreichtum. 1873 von W. de W. Abney erfunden und 1911 von Demachy weiterentwickelt.
|
|
Orthochromatische Sensibilisierung
|
Für alle Farben außer Rot sensibilisierte photographische Aufnahmematerialien.
|
|
Ozobromdruck
|
siehe Carbro-Druck
|
| |
| P
|
|
Panchromatischer Film
|
Schwarzweiß-Film, der für den sichtbaren Bereich des Spektrums (auch Rot) sensibilisiert ist, d. h. alle sichtbaren Farben in entsprechende Grauwerte umzusetzen vermag. Vor allem für Kunstlicht geeignet.
|
|
Pannotypie
|
Photographisches Bild, bei dem die lichtempfindliche Schicht nach der Entwicklung unter Wasser vom Glas abgelöst und auf schwarzes Wachstuch übertragen wird. 1853 in Paris von Wulff & Co vorgestellt.
|
|
Papier leptographique (französisch)
|
1866 von Martinez-Sanchez und Laurent erfundenes Photokopier mit Barytage, wodurch das "Einsinken" des Bildes in den Papierfilz vermieden werden konnte.
|
|
Photochromie (französisch)
|
Im 19. Jahrhundert allgemeine Bezeichnung für farbige Aufsichtsbilder, auch Heliochromie genannt. Im engeren Sinne das von Leon Vidal 1873 erfundene photomechanische Druckverfahren, bei dem von drei identischen Schwarzweiß-Negativen zur Herstellung von Auswaschreliefs für Drucke nach dem Pigmentverfahren ausgegangen wird. Für die Steuerung der späteren Farbgebung werden in drei Negativen bestimmte Bereiche abgedeckt. Diese Photochromien wurden zuerst für das Werk "Le Tresor Artistique de la France" hergestellt.
|
|
Photocollage
|
Einbeziehung von Photographien oder Teilen davon in Klebebilder. Seit dem Kubismus verwendet.
|
|
Photogalvanographie
|
Ein Verfahren zur Erzeugung von Druckplatten mittels der Photographie. Eine lichtempfindliche Glasplatte wird im Bichromat-Verfahren unter einem photographischen Positiv oder Negativ belichtet. Nach dem Gerbungsprozeß (auch Entwicklung genannt) entsteht eine Reliefschicht, die mit einem galvanischen Überzug versehen wird. Von dieser Galvanoplatte kann man drucken. Das Verfahren eignet sich besonders gut zur Reproduktion von Gemälden wegen seines außerordentlich feinen wurmförmigen Korns. In den lichten Tönen erreicht man groBe Weichheit, in den dunklen Tönen fast die dunkle Wärme des Kupferstichs. Um 1854 von Paul Pretsch in Wien erfunden. In Paris erreichte Emile Placet gute Ergebnisse, in Lissabon der Österreicher Joseph Leipold und in London Duncan C. Dallas, der dieses Verfahren als Dallastypie seit 1873 in England verbreitete.
|
|
Photogenic Drawing Paper (englisch)
|
Das von Talbot benutzte Salzpapier zur Erzeugung positiver Kopien im Auskopierverfahren.
|
|
Photogenische Zeichnung
|
Bezeichnung für auf photographischem Weg erzeugte Bilder in der Frühzeit der Photographie. Siehe Heliographie, Photogramm.
|
|
Photoglyptie
|
Auch Woodburytypie genannt, ein Dreifarbendruck, bei dem Farbauszugsnegative auf gelatinereiche, farbstoffarme Pigmentpapiere kopiert und zum Relief entwickelt werden, um danach Tiefdruckplatten herzustellen, die mit gefärbter Gelatine ausgegossen und auf Papier übertragen werden. Um 1900 benutztes Verfahren.
|
|
Photogramm
|
Auf direktem Wege und ohne Zuhilfenahme einer Kamera werden durch Gegenstände Kompositionen auf lichtempfindlichem Papier erzeugt. Die Gegenstände erscheinen negativ. Das Photogramm ist so alt wie die Photographie selbst. Es wurde besonders von Künstlern seit 1918 genutzt, zuerst von Man Ray, Christian Schad, Moholy-Nagy u. a.
|
|
Photographie
|
Bezeichnung für alle Verfahren, mittels Licht reelle Bilder durch eine Kamera auf lichtempfindlichen Schichten auf GIasplatten, Film oder Papier festzuhalten. Das Bild entsteht durch einen chemisch-physikalischen Prozeß und nicht in mechanischer Arbeit. Bis 1839 wurden vor allem von Niepce, Daguerre, Bayard und Talbot die wesentlichen Grundlagen der Photographie entwickelt in den Stufen Belichten - Entwickeln - Fixieren - Kopieren.
|
|
Photographlscihes Atelier
|
1842 entstand das erste Glashaus-Atelier in Hamburg. Im gleichen Jahr richtete Bayard sein Atelier für Kalotypien ein. 1843 verwendete Claudet in London den ersten gemalten Hintergrund für Porträts. 1881 kündigte von Ronzelen in Berlin als Neuheit sein "electro-graphisches Atelier" an.
|
|
Photogravüre (französisch)
|
siehe Heliogravüre
|
|
Photolithographie
|
Steindruck, bei dem das Bild photographisch auf den lichtempfindlich gemachten Stein kopiert wird. Für die farbige Photolithographie entwickelte 1874 L. Ducos du Hauron ein spezielles Verfahren, das drei Farbauszugsnegative erforderte. Danach werden durchsichtige positive Bilder mittels Pigmentverfahren oder ähnlicher Prozesse angefertigt: Vom 1. Negativ ein roter, vom 2. ein gelber und vom 3. ein blauer Auszug. Durch übereinanderdrucken der drei Monochrome ergibt sich ein farbiges Bild. 1876 gründete Ducos du Hauron eine Firma, die Farbendrucke durch Photoglyptie (Woodburydruck) herstellte. 1878 zeigte er in der Pariser Weltausstellung ein Dutzend solcher Bilder. Siehe Chromolithographie, Woodburytypie oder Tönungsprozeß.
|
|
Photomontage
|
Erste Versuche der Montage von mehreren Negativen bzw. Positiven sind 1858 durch O. G. Rejlander und H. P. Robinson belegt. Auch W. Horn, Prag, schlug diese Methode vor. R. Hausmann, H. Höch und J. Heartfield begannen 1917 Photographien bzw. deren Teile zu neuen Bildern zu montieren, wobei Heartfield die Photomontage ab 1927 konsequent in den Dienst der politisdlen Arbeit für die Arbeiter-Illustrierte-Zeitung stellte.
|
|
Phototyp
|
Dr. Berres gelangen 1840 in Wien Drucke von einer Daguerreotypie, indem er diese ätzte und so eine Druckform gewann, mit der im Tiefdruckverfahren Bilder in einer Auflage bis zu 200 Stück gedruckt werden konnten.
|
|
Pigmentdruck
|
Kein Druck-, sondern ein Kopierverfahren. Auf festem Prapier befindet sich eine mit Farbstoff angereicherte Gelatineschicht, die Pigmentschicht. Durch Baden in Bichromat-Lösung wird sie lichtempfindlich (siehe Chromatverfahren). Unter dem Negativ wird kopiert. Die Lichteinwirkung härtet die Pigmentschicht. Es entsteht ein Bildrelief aus gehärteter Gelatine. Jetzt überträgt man das Ganze auf ein zweites Papier und zieht das bisherige Trägerpapier ab, so daß die ungehärtete Gelatine oben liegt und die gehärtete Gelatine am neuen Trägerpapier haftet. Es wird in warmem Wasser "entwickelt", d. h. in diesem Fall, daß die ungehärteten Schichten ausgewaschen werden. Da durch das Übertragen ein seitenverkehrtes Bild entsteht, kann man ein bereits
seitenverkehrtes Negativ als Ausgangspunkt nehmen oder man benutzt beim Drucken vom Originalnegativ eine zweifache Übertragung. Der Pigmentdruck hat die exakteste und größte Tonwertskala aller photographischen Positivverfahren. Der Farbton wird von dem verwendeten Pigment bestimmt. Man bevorzugt rauhes Papier für großformatige Drucke. Die ersten Pigmentdrucke stellte 1855 Alphonse Poitevin her.
|
|
Platindruck
|
Kein Druck, sondern ein photographisches Auskopierverfahren mit einem lichtempfindlichen Eisensalz, wobei das Bild durch Platinniederschlag gebildet wird. Bestechend am Platindruck ist, daß das Bild direkt in die Papierfaser eingebettet wird, da keine Kolloidschicht vorhanden ist. Man erzielte sehr edle Töne bei großem Tonwertreichtum und guten Tiefen. Da Platin bald sehr teuer wurde, übte man das Verfahren in Deutschland selten aus, häufiger jedoch in den unter dem Namen "Platinotypie", besonders der anspruchsvollen Porträtphotographie. Es wurde 1873 durch william Willis eingeführt. Mit Platinsalzen getönte Papiere gelten nicht als Platindrucke.
|
|
Platinotypie
|
siehe Platindruck
|
|
Pointillismus
|
Eine photographische Stilrichtung, die durch extreme Vergrößerung von Farbphotographien eine malerische Oberflächenstruktur erzielt, so daß normalerweise nicht unterscheidbare Farbpigmente zu gut sichtbaren Farbpunkten werden.
|
| |
| Q
|
|
Quellrelief
|
Nach einem Kolloid-Härtungsprozeß bildet sich eine bildmäßige gehärtete Reliefschicht, das Quellrelief, bei dem die ungehärtete Gelatine aufgequollen wird, um wäßrige Farbstoffe aufzunehmen, die nach dem Absaugeverfahren auf eine neue Unterlage oder in Schichtenmontage kombiniert werden. Das Quellrelief bildet zugleich die Druckform, z. B. beim Luftdruck.
|
| |
| R
|
|
Rayogramm
|
Das von Man Ray 1922 nach seinem Namen benannte Photogramm.
|
|
Reprint (englisch)
|
Neuer, meist nicht mehr vom Autor hergestellter Abzug vom Originalnegativ.
|
|
Reproduktion
|
Abzug von einem neuerstellten Negativ nach einer Originalphotographie.
|
|
Rollilm
|
1887 erhielt Hannibal Goodwin ein Patent für den Rollfilm, der zunächst aus lichtempindlichem Papier bestand. Die Kodak-Werke bauten eine Box-Kamera, die im Juni 1888 auf den Markt kam, mit einem Rollfilm für 100 Aufnahmen. Zur Entwicklung mußten Kamera und Film eingeschickt werden. George Eastman baute die erste Filmgießmaschine. Damit wurde der Rollfilm zur Massenware.
|
| |
| S
|
|
Sabatier-Effekt
|
Teilweise oder vollständige Bildumkehr im Negativ, wenn während der Entwicklung diffuses weißes Licht auf die Schicht fällt. In der Dunkelkammer kann damit ebenfalls das Positiv durch kurze Zwischenbelichtung teilweise zum Negativ zurückgebildet werden. Es entstehen graphische Effekte besonders an den Grenzstellen großer Helligkeitskontraste durch feine helle Konturen in dunkler Umgebung und umgekehrt dunkle Konturen in heller Umgebung. 1860 von Sabatier entdeckt und 1925 von Man Ray für seine bildnerischen Vorstellungen wieder angewendet.
|
|
Salzpapier
|
Ein Auskopierpapier, das seinen Namen dadurch erhielt, daß mit einer Stärkelösung leicht vorgeleimtes Papier mit Kochsalzlösung präpariert wurde. In einer Silbernitratlösung erfolgt die Sensibilisierung. Es bildet sich
Chlorsilber, ein Überschuß an Silbernitrat bleibt zum Aufbau des sichtbaren Bildes in der Schicht. Nach dem Kopieren bei Tageslicht wird durch Tönung eine kraftvollere Kopie erreicht und fixiert. Da das Bildsilber in den Papierfilz eingebettet ist, entstehen Bilder mit matter Oberfläche. Das Salz-Papier wurde schon 1834 von Talbot verwendet, wobei er zunächst photographische Negative erhielt.
|
|
Schadographie
|
1918 von Christian Schad entwickeltes Photogramm, das durch direktes Belichten auf lichtempfindlichem Papier liegender zweidimensionaler Gegenstände entsteht. Diese Art des Photogramms kannten bereits Niepce, Talbot, Enslen und Winther.
|
|
Sensibilisierung
|
Die photographische Emulsion wird unter Zusatz von Farbstoffen der Eosinklasse lichtempfindlich gemacht und optisch
sensibilisiert. Die Sensibilisierung für bestimmte Farben (orthochromatische bzw. panchromatische Sensibilisierung) wird durch diese Farbstoffe erreicht und somit dem menschlichen Helligkeitsempfinden nahegebracht.
|
|
Silberhalogenide
|
Silbersalze der Halogenwasserstoffsäuren, die in den meisten photographischen Verfahren als lichtempfindliche Substanzen dienen.
|
|
Silbersalzdiffusionsverfahren
|
Spezieller Kopierprozeß (ursprünglich für Bürokopien entwickelt) und dem Sofortbild-Verfahren zugrunde liegendes Verfahren auf Basis von Silberhalogeniden, bei dem komplexe Silbersalze in eine Empfangsschicht abwandern (diffundieren) und dort ein positives Bild erzeugen.
|
|
Solarisation
|
Beim Überschreiten einer bestimmten Belichtungsdauer (wenn also extrem überbelichtete Partien im Negativ entstehen) nimmt die Schwärzungsdichte wieder ab, wodurch eine Bildumkehr eintritt, so daß das Positiv dann entsprechende negative Stellen aufweist. Zuerst entdeckt bei überbelichteten Aufnahmen, bei denen direkt in die Sonne photographiert wurde.
|
|
Solarkamera
|
Name für einen Vergrößerungapparat unter Benutzung des Sonnenlichts. 1857 von David A. Woodward in Baltimore erfunden und gebaut.
|
|
Stereophotographie
|
Herstellung von Stereobildern auf photographischer Grundlage. Die Stereokamera besitzt zwei im Augenabstand angeordnete, synchron gesteuerte gleiche Objektive. Auf Film entstehen entsprechend zwei nebeneinanderliegende Bilder. Die Betrachtung erfolgt im Stereoskop. Dadurch ergibt sich ein plastischer bzw. räumlicher Eindruck. Bereits von Daguerre angewandt.
|
|
Stereoskop
|
Im 19. Jahrhundert ein beliebtes Betrachtungsgerät für Stereophotographien.
|
|
Strahlenteilerkamera (Bermpol)
|
Spezialkamera, mit der gleichzeitig drei Farbauszüge durch ein Objektiv und ein System teildurchlässiger lichtablenkender spiegel oder Prismen belichtet werden. Vor den Photoaufnahmematerialien werden Farbfilter in Rot, Grün und Blau angebracht.
|
|
Syngraphie
|
Ein von Heinrich Kühn erarbeitetes photographisches Verfahren, das mit zwei Negativen in unterschiedlicher Empfindlichkeit arbeitet, um im Positiv eine höhere Tonwertskala zu erhalten. Die Industrie griff Kühns Gedanken auf und brachte einen Zwei-Schichten-Film heraus, d.h. einen Film mit zwei Schichten von unterschiedlicher Empfindlichkeit. Besonders in der Reproduktionsphotographie angewendet.
|
| |
| T
|
|
Talbotypie
|
siehe Calotypie
|
|
Tonwertrichtigkeit
|
1873 entdeckte H. W. Vogel die Eosin-Farbstoffsensibilisierung. Dadurch wurde es möglich, alle in der Natur sichtbaren Farben einer dem menschlichen Auge angepaßten Schwarzweiß-Wiedergabe abzubilden. Weitere Sensibilisierungen bis in den unsichtbaren Strahlenbereich für wissenschaftliche Forschungen wurden möglich.
|
|
Trockenplatte
|
Die photographische Glasplatte mit einer Silberhalogenid-Gelatine-Schicht ersetzte das nasse Kollodium-Verfahren, ließ sich aufbewahren und mußte nicht sofort entwickelt werden. Die Trockenplatte leitete die Ara der industriell hergestellten Photomaterialien ein. 1871 von dem englischen Arzt Maddox erfunden, ermöglichte sie Momentaufnahmen, Bewegungsabläufe, Mikroskopische Aufnahmen und Röntgenbilder.
|
| |
| U
|
|
Umkehrfilm
|
Photographisches Aufnahmematerial, das in der Umkehrentwidklung sofort zum Positiv verarbeitet wird.
|
| |
| V
|
|
Vergrößerung
|
Bereits 1840 schlug Draper vor, eine Daguerreotypie erneut auf eine größere Platte aufzunehmen. 1843 ließ sich Talbot ein Sonnenmikroskop patentieren, mit dem er eine zweifache VergröBerung erreichte. Die Lichtquelle ist unklar. 1837 konstruiert David A. Woodward die Solarkamera, einen Apparat zum Vergrößern mit Sonnenlicht, das mittels beweglichem Spiegel in die Kamera geleitet werden mußte. Der Aachener Photograph Wothly trennt Kamera und Spiegel, die in waagerechter Achse angeordnet waren. Er verdient dadurch bei Disderi 20 000 Francs! 1861 führt L. J. Dubosque den Vergrößerungsapparat mit elektrischem Licht in Paris vor. Mit zunehmender Verkleinerung des Bildaufnahmematerials wird die Vergrößerung zu einem maßgeblichen Mittel der Bildgestaltung im 20. Jahrhundert.
|
|
Vintage Print (englisch)
|
Früher Abzug vom Originalnegativ bald nach der Aufnahme.
|
|
Vortographie
|
Abstrakte Photographie unter Ausnutzung von Spiegeleffekten, vor allem von A. L. Coburn ab 1917 aus dem Kubismus entwickelt, auch von den russischen Konstruktivisten Lissitzky und Rodtschenko benutzt. Den Begriff prägte Ezra Pound.
|
| |
| W
|
|
Wachspapier
|
Von G. le Gray 1851 erfundenes verbessertes Verfahren der Kalotypie, bei der das Negativpapier vor der Beschichtung und Sensibilisierung in Wachs getränkt wurde, wodurch eine größere Transparenz des Negativs erreicht wurde.
|
|
Wooaburytypie
|
siehe Photoglyptie
|
|
Wothlytypie
|
Nach dem Aachener Photographen Jakob Wothly benanntes Vergrößerungspapier, das mit uranhaltigem Kollodium überzogen wurde, Silbersalze ersparte, vor allem aber lichtempfindlicher war. Nach dem Tode des Erfinders 1873 verschwand es wieder.
|
| |
| X
|
| |
| Y
|
| |
| Z
|
|
Zelloldin-Papier
|
siehe Celloidin
|